Ganz traditionell – so isst man die Weißwurst

Wie ihr sicher wisst, zitiert der Volksmund das Gebot: „Die Weißwurst darf das 12 Uhr Läuten nicht hören“. Früher hatte diese Regel einen wichtigen Grund: Jeden Morgen bereiteten die Wirtsmetzger das Brät frisch zu und füllten es in Naturdärme ab. Der Metzger brühte die vom Gast bestellte Anzahl frisch auf. Da die rohe Wurstmasse leicht verdarb, musste sie rasch verbraucht werden. Heute ist das natürlich nicht mehr so.

Der süße Weißwurst-Senf ist ein absolutes Muss und gehört einfach dazu. Diese urbayerische Köstlichkeit erhält ihren typischen Geschmack durch karamellisierten Farinzucker.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten, eine Weißwurst zu essen: Entweder die typische Art mit der Hand, das „Zuzzeln“ oder mit Messer und Gabel. Beide sind gleichermaßen zulässig. Traditionsbewusste Altbayern genießen von der Hand in den Mund und zuzzeln das Brät geschickt aus der Haut, indem sie die Füllung mit den Zähnen herausziehen – nichts für Anfänger. Dann doch lieber mit Messer und Gabel, wobei man hier behutsam die Weißwurst der Länge nach tief aufschneidet, ohne sie ganz zu teilen, die beiden Wursthälften auseinander klappt und sie mit einer beherzten Drehung aus der Haut schält.

An Guadn!

Euer Karsten Schmidt

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